Hintergrundinformationen zu den Tierfotos

STOCKENTEN:

21. Mai 2014: Bei warmen 32 Grad startete ich meine Fototour Richtung Hamburger Innenstadt zu einer Stelle, die oft von einigen Stockenten besucht wird. Und ich hatte Glück, denn als ich ankam, erwartete mich bereits ein Erpel auf einer kleinen Mauer am Wasserbecken, so daß ich mit dem üblichen Vertrauens-aufbau und meiner Bitte ans Tier um Erlaubnis zum Fotografieren beginnen konnte. Nachdem ich den Erpel und später noch drei andere Artgenossen liebevoll an die optimale Position dirigiert hatte und mich während der gesamten Fotosession in nur 1,50 m Abstand sitzend aufhalten durfte - was zugleich auch der Mindestabstand fürs Teleobjektiv ist - entstanden viele ausdrucksvolle Fotos. Mir gelang sogar ein Foto mit Seltenheitswert: Ente beim Pipimachen! Aber das zeige ich lieber nicht ;-) Meine innige Kommunikation mit den Enten kann man an den Gesichtsausdrücken gut erkennen. Besonders ein Weibchen wurde gegen Ende recht gesprächig und quakte so herzallerliebst mit mir gemeinsam. Ein körperlich anstrengendes, aber wunderschönes Erlebnis!

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LÖWEN:

18. Oktober 2013: Entstehungsort Tierpark Hagenbeck, Hamburg - Ganz intuitiv zog es mich an diesem schon recht kühlen Tag nach Hagenbeck, wo das kleine, harmonische Löwenrudel wunderbar für mich posierte. Das war mal wieder 2 Stunden lang absolute Daueranspannung und Höchstkonzentration im Zusammenspiel von Geist, Herz, Körper, Technik und zeitweise sehr inniger, telepathischer Kommunikation mit den Löwen. Im letzten Strahl der Abendsonne entstanden dann noch besonders schöne, romantische Aufnahmen. Diese wundervollen Großkatzen sind mir durch langjährige eigene Katzenhaltung so extrem vertraut, daß ich jedes Verhalten lange im voraus ablesen konnte, was natürlich ein großer Vorteil in der Tierfotografie ist.

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SPATZ - TAUBEN:

Juli 2013: Den süßen SPATZ und die TAUBEN habe ich auf der Alstertreppe beim Hamburger Rathaus aufgenommen. Sie entstanden am selben Tag/Ort wie die Schwäne und Gänse. Da dieser Platz ein Touristenmagnet ist und an diesem Sommertag ab 19 Uhr auch noch laute Musik von einer angrenzenden Open-Air-Veranstaltung her dröhnte, war das Fotografieren ziemlich unangenehm. Und für manche Reisende war ich wohl selbst eine Touristenattraktion, wie ich mich da auf den Treppenstufen verrenkte und den unbeliebten Tauben so viel Aufmerksamkeit schenkte.


Ich habe mich für Fotos von Stadt-Tauben entschieden, um sie zu ehren und die innere und äußere Schönheit dieser lieben Tiere zu zeigen, die von vielen Menschen gehasst werden (>> Beispiel) und als schmutzige, häßliche Schädlinge gelten - was mich traurig und wütend zugleich macht. Wer Tauben wirklich mit dem Herzen betrachtet, wird sie genauso schön finden wie die allseits beliebten Schwäne. Jeder liebevolle Blick aus den Taubenäuglein direkt zu mir hat mein Herz tief berührt. Einige suchten immer wieder meine Nähe, obwohl ich nicht fütterte, sondern nur mental auf der Herzebene kommunizierte - so daß ich mich einerseits freute, aber zugleich Mühe hatte, den nötigen Abstand zum Ablichten zu bekommen.

Übrigens: Kaum zu glauben, aber wahr - der Spatz ist inzwischen eine gefährdete Vogelart und in Hamburg sogar vom Aussterben bedroht. Weitere Infos finden Sie hier >> "Rettet den Spatz!"

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SCHWÄNE - GÄNSE:

Juli 2013: Bei den gezeigten Schwänen handelt es sich um die Alsterschwäne, die es zu einiger Berühmtheit gebracht haben. Denn sie sind seit Jahrhunderten ein Wahrzeichen von Hamburg und stehen unter ganz besonderem, staatlichen Schutz. Schade, daß dies nicht für alle Tiere gilt...! Einzigartig in Deutschland ist das Hamburger Amt für Schwanenwesen, dessen einziger Mitarbeiter sich um die Pflege aller Wildvögel auf der Alster kümmert. Eigentlich lebt dort eine große Horde Schwäne, ich mußte mich allerdings an diesem Tag mit einem einzigen Exemplar begnügen. Bei den ebenfalls auf der Alster fotografierten GÄNSEN handelt es sich um Graugänse und Kanadagänse. Letztere sind erkennbar am schwarzen Hals und Kopf mit weißen Wangen.

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GROSSER PAMPASHASE (MARA):

Juni 2013: Tierpark Hagenbeck, Hamburg - Der aus Südamerika stammende große Pampashase hat eine Körperlänge von 70 bis 80 cm, ist ein pflanzenfressender Nager und gehört zur Familie der Meerschweinchen. Die weiblichen Tiere haben einen ungewöhnlich kurzen Östrus, sie werden nur alle 3-4 Monate für eine halbe Stunde(!) empfängnisbereit. Dies dürfte auch der Grund sein, daß die Paare bis zum Lebensende streng monogam leben. Da der Pampashase auf seinen langen Beinen hoppelt wie ein Hase und auch ähnlich aussieht, hat sich der Name Pampashase etabliert.

Das Fotografieren dieser sehr niedlichen Tiere mit den wunderschönen, großen Augen machte mir viel Freude, weil sie frei herumlaufen und eine intensivere Interaktion möglich war, wobei diese feinfühligen und auch schreckhaften Wesen mich sehr genau beobachteten und auf jede kleinste Geste sofort reagierten. Mit dem Vertrauensaufbau begann ich aus etwa 10 Meter Abstand auf der Wiese liegend (die man eigentlich nicht betreten darf ;-) und robbte mich langsam näher bis auf 3 Meter. Als dann irgendwann ein kleines Kind auf die Wiese rannte und die Tiere durch lautes Hinterherlaufen in Panik versetzte, wars allerdings schlagartig vorbei mit der schönen Idylle. Und ich sah mich gezwungen, der Mutter "ein paar Takte zu erzählen" ;-)

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AMSEL-NACHWUCHS:

04. Juni 2013: Drei quirlige AMSELKINDER lebten auf meinem Balkon und wurden vom Amselmännchen versorgt. Eine Freude, Ehre und seltener Glücksfall für mich - und sehr heikle Angelegenheit zum Fotografieren, die viel Ruhe, Behutsamkeit und schnelles Reagieren zugleich erforderte, um keine Flucht auszulösen, die kurze Abwesenheit des Versorgers zu nutzen und den Lichtfunken ins Auge zu bekommen. Der gemusterte Hintergrund der Glaswand stört zwar etwas mein ästhetisches Empfinden, war aber nicht anders möglich. Nachträgliches "Wegmachen" kommt für mich nicht infrage. Bei dieser Fotosession lag ich übrigens höchst unbequem auf dem kalten Steinboden... aber was tut man nicht alles für ein Foto ;-)

Entfernung zum Vogel ca. 2 m, Brennweite sensationelle 200 - 250 mm. Normalerweise ist für nahezu formatfüllende Fotos von einem scheuen Kleinvogel wie z.B. Amsel viel mehr Sicherheitsabstand und daher ein Teleobjektiv von mind. 500 mm nötig. Der Vertrauensaufbau bei so großer Nähe war nur deswegen möglich, weil sich die natürliche Angst vor den Menschen bei diesen erst 2 Wochen alten Tieren noch nicht voll entwickelt hatte. Meine größte Sorge galt der Reaktion auf das laute Auslöser-Geräusch, aber zu meinem Erstaunen wurde es kaum beachtet. Keine Spur von Angst bei diesen lieben Piepsis, wie man auf den Fotos unschwer erkennen kann. Trotzdem wollte ich keine Streßreaktion riskieren und beschränkte mich daher auf zwei Einheiten von jeweils 5 Min. am Nachmittag plus eine Einheit bei Sonnenuntergang für die warmen Fotos der "Amsel-Romantik". Für dieses herzergreifende Erlebnis bin ich sehr dankbar, zumal dieses Geschenk des Himmels meine ersten Tierfotos mit der EOS 650 D ermöglichte und ich dafür die Wohnung nicht verlassen mußte. Wäre schön, wenn die Tiere immer direkt zu einem nach Hause kommen würden ;-)

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Tierfotografie © 2013 Copyright by Ramona Meißner • Online seit 23.05.2013